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Von Barbara Wagner Nordrach. In Nordrach-Kolonie wird gebaut. Schon rund 500 Meter der insgesamt 2,2 Kilometer langen Fernwärmeleitung des Sägewerks Echtle zur Reha-Klinik Klausenbach liegen schon. Bis August soll die Hauptleitung fertig gestellt sein, die die Reha-Klinik und vorläufig 30 Haushalte mit Wärme versorgen wird. Mit der Fernwärme der Firma Echtle werden künftig rund 400.000 Liter Heizöl jährlich und etliche Tonnen CO2 eingespart.
Mit diesem vorbildlichen Projekt hat sich das Sägewerk Echtle als »Bioenergie-Dorf« beim Land Baden-Württembergbeworben und erhält vom Wirtschaftsministerium aus EU-Strukturförderungs-Mitteln bis zu 100.000 Euro Zuschuss. Auslöser für das Fernwärme-Projekt war der Bau des neuen Biomasse-Kraftwerks, das im Sägewerk Echtle im Dezember 2006 in Betrieb ging. Das Sägewerk verbrennt in der Anlage Holzreste und Rinde, die als Produktionsabfall anfallen. Das Kraftwerk erzeugt so viel Strom, dass damit rund 1000 Haushalte jährlich versorgt werden könnten. Dieser Strom wirdins Netz eingespeist. Neben dem Strom wird Wärme produziert, die das Sägewerk zum Betrieb seiner Holztrocknungsanlagen benötigt. Es bleibt jedoch ein enorme Wärmeüberschuss, den die Firma Echtle nutzen wollte. Im Jahr 2007 wurden Verhandlungen mit der Reha-Klinik Klausenbach wegen einer Versorgung mit Fernwärme aufgenommen, der Vertragsabschluss war Ende 2009.
Von Beginn an, so Geschäftsführer Manuel Echtle, war das Sägewerk Echtle daran interessiert, auch Privathaushalte mit zu versorgen; allein für private Anschlüsse hätte sich aber der Bau der Leitung nie rentiert. Inzwischen haben sich rund 30 Anlieger entschlossen, ihre Anwesen ebenfalls an die Fernwärmeversorgung anzuschließen.
Der Bau der Fernwärmeleitung, der vor zwei Wochen begonnen wurde, wird komplett durch die Firma Echtle finanziert. Die Hauseigentümer bauen ihre Hausanschlüsse auf eigene Kosten und schaffen eine Wärmeübergabe-Station an.Die Fernwärmeleitung wird durch ein in sich geschlossenes System betrieben. Transportiert wird die Wärme durch Wasser. Die Leitung ist so isoliert, dass der Wärmeverlust auf der rund 2200 Meter langen Strecke höchstens zwei Grad beträgt, so Manuel Echtle.
Für die Anschlussnehmer ergeben sich viele Vorteile. Abgesehen vom ökologischen Aspekt der aus nachwachsenden Rohstoffen produzierten Energie haben die Abnehmer vom Sägewerk Echtle eine Festpreisgarantie auf fünf Jahre erhalten. Und: die Heizung hat einen Wirkungsgrad von 100 Prozent – Heizöl kommt nur auf einen Wirkungsgrad von ca. 80 Prozent. Für dieses umweltfreundliche Projekt müssen die Kolonie-Anwohner während der Bauzeit einige Einschränkungen hinnehmen: die Baustrecke wird halbseitig gesperrt und der Verkehr durch Ampeln geregelt. An Engstellen muss die schmale Talstraße ab und zu voll gesperrt werden.
Dafür gibt es nach Abschluss der Bauarbeiten wiederum ein »Bonbon«. Auf der gesamten Strecke der Fernwärmeleitung erhält die Talstraße eine neue Feindecke.
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